Berlin


Kneipen, Punks und Schickimicki: die Szenen-Hauptstadt Berlin

Das Image unserer Hauptstadt lebt nicht nur von seinen Sehenswürdigkeiten, sondern auch von der Szene, die man umgangssprachlich meistens im Singular benützt. Natürlich ist das nicht richtig, denn zu vielfältig ist sie - und jeder versteht etwas anderes darunter- auch jeder Stadtteil. Welche Szene in welchem Stadtteil zu Hause ist, erkennt man oft schon am Outfit ihrer Bewohner.

Generell kann man sagen, was gestern noch “Szene” war, kann es heute schon ganz anders aussehen. Ein Beispiel aus Berlin-Mitte, die Rosenthaler und Oranienburger Straße und Umgebung. Vor der großen Sanierungswelle war hier die “Szene zu Hause”, dann wurde der gesamte Stadtteil umgebaut und alles verlagerte sich in den Ostteil, überwiegend nach Prenzlauer Berg. Dann zog es die Szene nach Kreuzberg und Friedrichshain. Heute ist es der einst berüchtigte Stadtteil Wedding, der nach und nach von “Szenisten” bevölkert wird. Doch überall gibt es noch in meist alten Gebäuden abgefahrene Szene-Kneipen und Clubs, die oft nur mit Insider-Kenntnissen zu finden sind. Faustregel: Dort wo die Mieten noch am günstigsten sind, ist am meisten geboten.

In Prenzlauer Berg ist die “Kulturbrauerei” in der Schönhauser Allee 36 zum Teil auch Szenentreffpunkt, die je nach Programmangebot wechselt. Auf 25.000 m² in verschiedenen Höfen und Locations werden Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen, Theateraufführungen, Festivals und Partys veranstaltet. Die Architektur des gesamten Häuser-Ensembles wirkt jedoch brav und bürgerlich. Ist das Szene? Natürlich, auch das ist Szene!

Einige Meter von der “Kulturbrauerei” entfernt, in der Kastanienallee, ist dagegen alles anders. Die Häuserwände sind mehr schlecht als gut bemalt. Punker sitzen auf der Straße - natürlich auch nur wenn es das Wetter zulässt -, und die Lokalitäten reihen sich nicht nur aneinander, sondern sind so vielfältig, wie kaum in einer anderen Straße Berlins. Hier sind zu wirklich günstigen Preisen Speisen und Getränke aus der ganzen Welt zu finden. Und das Publikum entspricht dieser Vielfalt auch.

Szene ist aber auch ein Stück weiter in der Wisbyer Straße 4. Zugegeben etwas verloren, aber hochinteressant das “Mauerblümchen”. DDR-Nostalgie pur als Relikt einer vergangenen Zeit ohne politische Motivation. Alles, aber auch wirklich alles stammt aus der DDR: Plakate, Fotos, Plattencover von Ostbands, Dokumente, und die geschlechtsgetrennten Toiletteneingänge sind durch Fotos von Margot und Erich Honecker gekennzeichnet. Zigaretten der DDR kann man einzeln! kaufen. Es gibt einfach alle Kultgetränke - von Club Cola bis zum Cocktail der deutsch-sowjetische Freundschaft.

Ganz anders ist Kreuzberg, das mit Abstand interessanteste Szeneviertel Berlins. Hier wohnen die Freaks, hier ist alles etwas extremer, aber auch politischer. Hier ist der Wahlkreis von Christian Ströbele, der als einziger “Grüner” ein Direktmandat für den Bundestag holte.

Multikulti, das zeichnet die Kreuzberger Szene aus. Und wegen der vielen türkischen Einwohner angeblich die “zweitgrößte Stadt der Türkei”. Hier lebt man in der Szene und muss nicht zur Szene fahren. Salopp gesagt: Hier kann man herumlaufen wie man will, und keiner dreht sich um - es sei denn, es ist ein Tourist.

Kreuzberg” ist zum Synonym für Alternativkultur geworden. Es gibt hierfür einen Begriff: “SO 36 und die Oranienstraße”, hier soll der anarchistische Teil Berlins beheimatet sein: Hausbesetzer, Punks, Anarchos und die “Helden der Straßenkämpfe”.

Sensationell aber die Ansammlung unzähliger Szene-Kneipen wie das Arcanoa, Zossener Straße 48, für Altszenisten, die man auch Gruftis nennt. Die Theke besteht aus Grabsteinen über denen ein Bächlein plätschert. Die Kneipen-Szene hat aber auch eine gewisse Ordnung, denn jede einzelne verkörpert eine bestimmte Musikrichtung: zum Beispiel das “Bronx”, Wienerstraße 34, Hardrock - das “Ex” im Mehringhof, Gneisenaustraße 2a, Independent, Rock - das “Kalomi” Gneisenaustraße 58, afrikanische Livemusik. Wer es ganz hart will sollte in den Kit-Kat-Club, Wiener Straße 46, House, Acid, Techno und absolut tabulose Partys.

Doch Kreuzberg gehört auch zu den kreativsten Stadtteilen Berlins. Der Beweis sind unzählige Ateliers und Galerien, und in den Kneipen wechseln ständig Ausstellungen mit Werken Kreuzberger Künstler.

Ein Tipp: Das Berliner Kulturmagazin “Die Kiezmeile” testet schon seit Jahren Kneipen in Kreuzberg und stellt besonders ausgewählte Galerien vor. Die Testergebnisse kann man sich im Internet unter www.kiezmeile.de/downloads anschauen.

Weniger bekannt ist die Friedrichshainer Szene, die aber bei Insidern eine immer größere Rolle spielt. So auch das “Theater im verlängerten Wohnzimmer”, Frankfurter Allee 91. Kleinkunst und alternatives Theater spiegeln das Innenleben der ganzen Berliner Szene wider. Kaum 40 Personen fasst das “VW”, und man muss mindestens eine halbe Stunde vorher da sein, um einen Platz zu bekommen. Es ist üblich, dass bei Überfüllung die Dame auf dem Schoß eines Herrn Platz nimmt. Ist Open Stage, dann ist auch der Eintritt frei.

Viele Friedrichshainer Szenenkneipen kennen nur die Insider. Einige wichtige oder besondere sind: “Filmriß”, Rigaer Straße 103, Rock, Independent - “Kasiske”, Schreinerstraße 50, Klassik und Rock - und alles absolutes Muss: “Supamolly”, Jessnerstraße 41, Punk, Independent

Was aber wäre Berlin ohne Schickimicki ohne Promis? Doch auch das ist Szene, die sich jedoch in keinem Stadtteil konzentriert, sondern über die ganze Stadt in bestimmten Locations versammelt. In der Oranienburger Straße in Mitte eröffnete die Schauspielerin Esther Schweins ihren zweiten „Grashopper“, eine Cocktailbar. Der erste „Grashopper” wurde in der Kreuzberger Bergmannstraße eröffnet. Schauspieler Heinz Hoenig hat die “Caroshi-Bar” am Potsdamer Platz übernommen und Ben Becker die Bar „Trompete“ am Lützowplatz.

Die “Bar jeder Vernunft” ist Berlins nobelste Bar, die in der Schaperstraße, vielleicht die nobelste Straße in der Berliner City in Wilmersdorf beheimatet ist. In dieser Straße befindet sich ein Parkhaus auf dessen Dach ein Spiegelzelt steht. Das kulturelle Angebot ist groß und reicht von besonderen Filmvorführungen bis zu außergewöhnlichen Performances. Nirgendwo in Berlin kann man mehr Promis treffen, die für sich genommen wiederum eine eigene Szene verkörpern.

So gilt für jeden Berlin-Besucher: Eintauchen in neue Welten, die es so in ganz Deutschland nicht mehr gibt.

12 Kommentare zu “Kneipen, Punks und Schickimicki: die Szenen-Hauptstadt Berlin”

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